Von GM BBÖ am 18. May 2019
Vorwort

Als erster Großmeister in Europa habe ich das Training und den Kampf mit offenen Händen eingeführt, denn ich habe immer schon die Ansicht vertreten, dass dies der natürlichen Anatomie des Menschen entspricht. Nur so können die weichen, fließenden Bewegungen der ALL-AACHT-Kampfkunst - auch "Universumsbewegungen" genannt - ausgeführt werden. Dies wird vor allem in der ALL-AACHTTM-Chi-Methode (ALL-ChiTM= Chi-Chi, Daun-Chi, Chi-Saoo, Daun-Saoo), der Seele von ALL-AACHTTM , sichtbar. ALL-AACHTTM bedeutet Hingabe und Arbeit mit sich selbst (körperlich, geistig und seelisch). 

Vergleich von Handflächenstößen und Fauststößen

ALL-AACHT Schutztechnik Fouk Saoo, Handflächenstoß, Gleichzeitigkeit, Kampfkunst

Zwischen Handflächenstößen und Fauststößen gibt es viele gravierende Unterschiede. Natürlich kann ein geübter Faustkämpfer, der jahrelang Erfahrung hat, seine Fäuste im Kampf einsetzen. Besonders effektiv sind Faustschläge, wenn sie von einem kräftigen Mann ausgeführt werden. Doch für einen normalen Bürger, für ein Kind oder eine Frau, die weder die nötige Erfahrung haben noch die perfekte Technik für den Faustkampf, ist ein Fauststoß nicht als Mittel zum Selbstschutz geeignet.  

ALL-AACHTTM wurde aber so entwickelt, dass jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht, Statur und Körperkraft, sich mit diesem System schützen kann. ALL-AACHTTM kann jeder Mensch in kurzer Zeit erlernen, ohne jahrelang zu trainieren. Mit den ersten einfachen Techniken, zu denen auch der ALL-AACHTTM-Handflächenstoß gehört, kann der Schüler/ die Schülerin sich sehr schnell schützen, aus dem Reflex, ohne vorher nachzudenken. Es gibt keinen Grund, weshalb der Mensch im Augenblick einer Gefahr, im realen Kampf, wo es auf Sekundenbruchteile ankommt, erst die Hände schließen sollte, bevor er schlägt.

ALL-AACHTTM basiert auf Reflexen. Reflexe sind unwillkürliche Reaktionen des Körpers auf einen bestimmten Reiz. Sie werden nicht über Signale des Gehirns hervorgerufen, sondern auf direktem Wege vom Kleinhirn und Rückenmark aus erzeugt. Rückenmark und Muskulatur können Bewegungsabläufe in einer Art Gedächtnis speichern und auf einen Impuls hin freisetzen. Dazu ist kein Nachdenken nötig und kein zuvor im Gehirn gefasster Entschluss erforderlich. Reflexe sind daher schneller als überlegte Handlungen.

Im Kampf kommt es vor allem auf diese natürlichen Reflexe an, die dem Kämpfer seine Schnelligkeit verleihen. Wenn man sich aber nicht auf diese Reflexe verlassen kann, weil das Gehirn mit willkürlichen Befehlen dazwischenfunkt, verliert man seine naturelle Art und büßt im Kampf seine Schnelligkeit ein, die im Ernstfall entscheidend sein kann.

 

Nachteile von Fauststößen:

  • Sind für Anfänger schwierig und schmerzhaft auszuführen, besonders wenn sie über längere Zeit geübt oder in einer Notsituation eingesetzt werden.

  • Sind im Kampf weniger effektiv, da weniger gefährlich.

  • Der Kämpfer verkrampft seinen Arm durch das Ballen der Finger.

  • Er verrät seinem Gegner was er vorhat, denn er sieht zuerst das Ballen der Faust, bevor der Schlag kommt, und kann darauf reagieren.

  • Die Finger müssen vor dem Schlag erst geschlossen werden. Dazu sind mehrere Bewegungen nötig.

  • Durch das Ballen der Faust entsteht also ein Zeitverlust, es ist kein sofortiges, reflexhaften Zuschlagen möglich.

  • Gute Treffsicherheit ist erforderlich, sonst kann man leicht mit der Faust am Gegner abrutschen.

  • Beim Ballen der Faust werden die Finger nach hinten gezogen, dadurch bekommt der Gegner einige Zentimeter Raum, um in den Bereich des Kämpfers vorzudringen.

  • Wo man eigentlich nach vorne will, was Grundprinzip beim ALL-AACHTTM ist, zieht man gleichzeitig die Finger nach hinten, entgegen dem einfachen Reflex, nach vorne zu gehen. Daher muss das Gehirn diesen Befehl erteilen, und der Körper muss ihn umsetzen, um diese zwei unterschiedlichen Bewegungen zu machen. Das dauert lange, der ALL-AACHTTM-Kämpfer kann darauf nicht mehr flexibel reagieren, wenn der Befehl einmal erfolgt ist.

  • Man kann den Kontakt mit dem Gegner nicht halten. Will man an ihm dranbleiben, ihn festhalten oder weitere Techniken gegen ihn einsetzen, muss man die Faust erst wieder öffnen und dann erneut zugreifen bzw. schlagen.

  • Einer großen Fläche die mit konzentrierter Wucht aufprallt, steht ein im Verhältnis kleines Handgelenk gegenüber, das Druck aufnehmen muss. Deshalb können dauerhafte Schäden an Knochen, Sehnen und Gelenken entstehen. Viele Boxer haben sich bereits ihre Handgelenke gebrochen.

  • Wird der Fauststoß einmal losgelassen, kann der Kämpfer aufgrund der mangelnden Flexibilität und wegen der Verkrampfung im Arm dessen Richtung nicht mehr ändern.

 

Vorteile von All-Aacht-Handflächenstößen:

  • ALL-AACHTTM-Handflächenstöße sind besonders für Anfänger leichter zu lernen.

  • Es entsteht kein Zeitverlust, da keine zusätzliche Bewegung wie beim Fäusteballen nötig ist.

  • Es ist eine naturelle Bewegung, die man sowohl beim kämpfenden Tieren als auch bei raufenden Kleinkindern findet.

  • Der Mensch hat seine Hände bei allen Dingen, die er im Alltag tut, immer offen. Warum also sollte er sie im Kampf schließen?

  • Der ALL-AACHTTM-Kämpfer weicht keinen Millimeter zurück, sondern bewegt sich mit Händen und Armen direkt nach vorne

  • Ein ALL-AACHTTM-Handflächenstoß hat eine einzige Bewegung nach vorne. Man macht ihn reflexartig, ohne zu denken, in einer Sekunde. Dadurch gewinnt man im Kampf wertvolle Zeit.

  • Die Handfläche bietet eine große Trefferfläche. Man muss nicht genau zielen, sondern es genügt, die Hände einfach nach vorne zu werfen. Deshalb sind ALL-AACHTTM-Handflächenstöße besonders für Anfänger sicherer. Sie wirken wie ein Fischernetz, das ausgeworfen wird. Irgendetwas trifft man damit, selbst wenn man keine Übung hat.

  • Durch die große Trefferfläche wird eine größere Druckwelle erzeugt, die dem Schlag mehr Effektivität verleiht, selbst wenn der ALL-AACHTTM-Kämpfer über keine große Körperkraft verfügt.

  • Der Druck des Treffers verteilt sich über die Handfläche besser, und der Schlag wird locker und ohne Verkrampfung ausgeführt. Es besteht weniger Verletzungsgefahr, da die Belastung für Bänder, Sehnen, Handknochen und Handgelenke geringer ist.

  • Man kann mit der offenen Hand schneller die Richtung wechseln wenn das Ziel sich bewegt.

  • Alle anderen Techniken im ALL-AACHTTM sind ebenfalls offen und können deshalb besser mit ALL-AACHTTM-Handflächenstößen kombiniert werden.

  • Vom ALL-AACHTTM-Handflächenstoß aus kann man den Gegner leicht und schnell packen und festhalten, um im Nahkampf weiterzukämpfen. Man muss die Hände nicht erst wieder öffnen.

  • Die offene Hand passt hervorragend zur Körperoberfläche des Menschen, sei es im Gesicht und oder z.B. im Bereich von Kehlkopf, Rippen, Nieren, Unterleib.

  • Im freien und realen Situationskampf, der beispielsweise im ALL-AACHT-Dynamic DefenseTM unterrichtet wird, ist es wichtig, die Hände offen zu haben, weil man in jeder alltäglichen Situation die Hände offen hat. Niemand läuft im Alltag die ganze Zeit mit geballten Händen umher.

  • Und schließlich: für die hohe Kunst des ALL-AACHTTM an der Holzpuppe, in der ALL-AACHTTM-Biu Chi-Form sowie beim ALL-AACHTTM-Chi Saoo sind offene Hände nötig.